Wer ist die ärmere Sau?

28. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der augenscheinlich nette junge Mann, der an meiner Tür klingelt, um mir einen anderen Stromanbieter aufzuschwatzen? Der mit falscher Freundlichkeit seine Unverschämtheit zu vertuschen versucht, mich in meiner Freizeit aus der Wohnung zu klingeln und mit bürokratischem Gewäsch zuzusülzen? — Wer hat den Bastard überhaupt ins Haus gelassen?? — Dessen Job es ist, sich in meine Akten zu stehlen, nur damit er mich mit meinen eigenen Vertragszahlen schwindlig reden kann? Der nicht einfach sagen kann »Tschuldigung, falsche Klingel erwischt.«, sowie jeder andere normale fremde Mensch an meiner Tür?

Oder bin ich es, der ihm nicht nur nicht die Tür vor der Nase zuschlägt, sondern ihm auch noch zuhört; ihm fast am liebsten noch einen Kaffee anbieten möchte? Der Zeit aufopfert, um seinen immergleichen Phrasen zu lauschen, die er von Haushalt zu Haushalt von sich gibt? Der auf jeden Versuch, in meine Wohnung zu kommen oder einen Blick in meine Unterlagen zu erhaschen, mit einer schamlosen Ausrede kontert, die hanebüchener nicht sein könnte? Dem schließlich noch ein schlechtes Gewissen plagt, weil er nicht einfach die Wahrheit gesagt hat?

Womit hat ein Schwein eigentlich so eine Beleidigung verdient?

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Empfehlenswerte Moves

23. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt eine Reihe von Moves und Griffen, die sich hervorragend dazu eignen, einen Erfolg oder einen Sieg gebührend zu huldigen; seinem Triumph angemessen Ausdruck zu verleihen. Zum Beispiel einer bestandenen Prüfung. Oder dem Sieg über einen schwierigen Gegner auf dem Risiko-Schlachtfeld. Oder aber dem erfolgreichen Verabreden mit der/dem Angebeteten. Es ist eine Sache, sich einfach nur zu freuen. Man kann aber noch mehr daraus machen. Da gibt es zunächst einmal den sehr aktuellen Finger:

Für Laien sieht es zwar nach einer sehr einfachen Geste aus, aber wer einmal den Finger angewendet hat, weiß, welcher Kraftaufwand dahinter steckt; welche körperliche Anstrengung die korrekte Anwendung beansprucht. Daher gibt es glücklicherweise auch einige Alternativen, auf die man ausweichen kann. Sehr einfach anzuwenden wäre das Picking-Something-Up aus der Videospielreihe Zelda. Natürlich ist es hierfür notwendig, einen stellvertretenden Gegenstand für die zu feiernde Leistung emporzustemmen. Das kann eine errungene Trophäe, Urkunde oder auch etwas so banales wie eine erfrischende Cola sein:

Etwas mehr Körpereinsatz wird vom La Salle abverlangt, den der namensgebende Schauspieler Eric La Salle im Intro von Emergency Room so beispielhaft in Szene setzt. Kommt bei älteren Herren besonders gut zur Geltung.

Zuletzt wäre da noch mein persönlicher Favorit, der Laudrup. Es bedarf einer schier unendlichen Disziplin, die man mitbringen muss, um nicht innerlich zu zerreißen und gleichzeitig ein derartig professionelles Maskenspiel aufrechtzuerhalten. Es ist mit Sicherheit kein Leichtes, sich jener zu bemächtigen und so sollte dieser Move gewissenhaft vorbereitet und einstudiert sein:

Prolog

29. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

In zwei Tagen muss ich vor meinen Seminarmitgliedern und meiner Professorin einen Vortrag über ein Buch halten, dass ich noch nicht gelesen habe. Meine Aufgabe ist es, die Kernaussage des Autors wiederzugeben und mit Auszügen aus dem Buch zu untermauern. Eine Aufgabe, die mir in der jetzt noch verbleibenden Zeit eigentlich unmöglich scheint und mit jeder verstreichenden Sekunde noch unmöglicher wird. Wenn ich jetzt anfange − und das werde ich mit ziemlicher Sicherheit nicht − schaffe ich es vielleicht noch, einen schluderhaften, aber immernoch befriedigenden Einblick in das Buch auszuarbeiten. Aber gibt es nicht wichtigere Dinge, die verrichtet werden müssen? Ist es denn nicht viel eher an der Zeit, mal wieder das Bad zu putzen? Stapelt sich das dreckige Geschirr in der Küche nicht schon hoch genug? Sollte nicht mal wieder eingekauft und Wäsche gewaschen werden? Eigentlich nicht, aber ja! Manche Dinge genießen unter bestimmten Umständen eine nie dagewesene Priorität. Einen Abfluss zu reinigen kann so erfüllend sein − je hartnäckiger der Dreck desto besser. Und das Ende einer solchen Arbeit kann unter solchen Umständen eine nie empfundene Trauer auslösen. Hervorgerufen durch die Erkenntnis, dass es nun nichts mehr zu tun gibt. Außer diesen Buchvortrag zu machen. In solchen Momenten geht mir der Gedanke durch den Kopf, wie es wohl wäre. Wie es wäre, wenn ich mich einfach hinsetze und diese Tätigkeit sofort verrichte. Ich checke keine Mails, ich sortiere nicht die CDs im Regal und ich schreibe keine Blogbeiträge. Aber so weit bin ich noch nicht. Was ich aber tun kann, wenn schon kein Hausarbeiten rechtzeitig zu erledigen, dann den Kampf gegen jene Lustlosigkeit zu dokumentieren und auf diese Weise meine Energie in etwas mehr oder weniger Sinnvolles zu investieren.